Navigation und Service

Woran forschen Sie gerade?

Mehr als 2.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten am Forschungszentrum. In über 80 unterschiedlichen Instituten suchen sie in ihrem jeweiligen Fachgebiet nach neuen Erkenntnissen und gehen dabei oft auch unkonventionelle Wege. Jahr für Jahr veröffentlichen sie ihre Ergebnisse in tausenden von Fachartikeln, initiieren neue Forschungsprojekte oder melden ihre Entdeckungen als Patente an. Grund genug, einmal einen direkten Blick ins Labor oder auf den Schreibtisch einzelner Forscherinnen und Forscher zu werfen und zu fragen: Woran forschen Sie gerade? Genau das tun wir künftig auf dieser Seite und stellen die Aufgabenbereiche einiger kluger Köpfe auf dem Forschungscampus in Kurzform vor.

Dr. Dorian Krause

Jülich Supercomputing Center (JSC)

Dorian Krause mit Lärmschutz-Kopfhörern.Copyright: Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau

„Ich helfe, Supercomputer der nächsten Generation zu entwickeln und zu verwirklichen. Diese Generation wird leistungsstärker und energieeffizienter als die heutige sein. Das macht sie auch leiser – Lärmschutz-Kopfhörer werden dann überflüssig. Außerdem arbeite ich an Möglichkeiten mit, Supercomputing und Web- und Cloud-Technologien zu verknüpfen. Wir wollen erreichen, dass Wissenschaftler weltweit künftig aus der Ferne unter anderem die riesigen Datenmengen nutzen können, die in Jülich für ein extrem detailliertes 3D-Modell des menschlichen Gehirns gesammelt werden.“

­

Dr. Sarah Genon

Institut für Neurowissenschaften und Medizin - Gehirn und Verhalten (INM-7)

Sarah Genon vor weißer Tafel mit Begriffen, die in Beziehung zu Hirnforschung und Gender stehenDr. Sarah Genon ist Gruppenleiterin am Institut für Medizin und Neurowissenschaften und Co-Vorsitzende der WiN-Repo-Initiative.
Copyright: Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau

„Für meine Forschung nutze ich einerseits Bilddaten, die man bei Hirnscans von Gesunden und Kranken erhält. Anderseits nutze ich Daten, die etwas über die geistige Leistungsfähigkeit, die Persönlichkeit oder die Gefühle der Studienteilnehmer aussagen. Diese beiden Arten von Daten ordne ich mittels statistischer Verfahren und Methoden des maschinellen Lernens einander zu. Auf diese Weise verknüpfe ich Merkmale von Regionen und großen Netzwerken im Gehirn mit der ganzen Bandbreite des menschlichen Verhaltens. So möchte ich besser verstehen, wie Veränderungen in der komplexen Organisation des menschlichen Hirns zu den sehr unterschiedlichen Symptomen von Menschen führen, die neurologisch oder psychisch krank sind.“

Forschungsgruppe "Kognitive Neuroinformatik" von Dr. Sarah Genon

­

Junior-Prof. Jesus Gonzalez-Julian

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Werkstoffsynthese und Herstellungsverfahren (IEK-1)

Jun.-Prof. Jesus Gonzalez-JulianCopyright: Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau

„An einer heißen Sache: Ich entwickle mit meinem Team neue Materialien, die besonders hitzebeständig sind, zum Beispiel für Turbinen in Kraftwerken und Flugzeugen oder für Solarkraftwerke. Diese sogenannten MAX-Phasen verbinden die positiven Eigenschaften von Keramiken und Metallen. Keramik hält hohe Temperaturen aus, ist aber spröde, Metall ist sehr stabil, verformt sich aber in der Hitze. Die MAX-Phasen sind hitzestabil und nicht brüchig. Wir sind außerdem die ersten weltweit, die MAX-Phasen mit Fasern aus Siliziumcarbid verbinden. Das soll die mechanischen Eigenschaften zusätzlich verbessern.“

Dr. Marc Heggen

Ernst Ruska-Centrum für Mikroskopie und Spektroskopie mit Elektronen, Bereich Physik Nanoskaliger Systeme (ER-C-1)

Dr. Marc HeggenCopyright: Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau

„Edle, glänzende Metalle stehen im Mittelpunkt meiner Forschung – allerdings nur in winzigen Mengen, denn ich schaue mir einzelne Atome an. Teures Platin etwa, das als Katalysator in Brennstoffzellen steckt. Gemeinsam mit Kollegen suche ich nach preiswerten Alternativen. Dazu nutzen wir hochauflösende Elektronenmikroskopie. Mit ihr konnten wir zeigen, dass die Anordnung von Platin und Nickel in speziell geformten Nanopartikeln entscheidend für deren Leistungsvermögen ist. Daraufhin wurden Katalysatoren entworfen, die zehnmal effizienter als reines Platin sind – und somit deutlich günstiger.“

Jun.-Prof. Dr. Simone Vossel

Leiterin einer BMBF-Nachwuchsgruppe am Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Kognitive Neurowissenschaft

Jun.-Prof. Dr. Simone VosselCopyright: Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau

„Ständig senden unsere Sinnesorgane Signale an das Gehirn. Wir schenken aber nicht allen dieselbe Aufmerksamkeit, ein Teil bleibt sozusagen unscharf. Wie wählt unser Gehirn die gerade wichtigen Signale aus, und welche Hirnregionen sind daran beteiligt? Das möchte ich herausfinden. Verstehen wir dies beim gesunden Menschen, können wir Wahrnehmungsstörungen etwa bei Schlaganfallpatienten besser erklären und ihnen helfen, verloren gegangene Fähigkeiten wiederzuerlangen.“

Prof. Patricia Hidalgo

Abteilungsleiterin am Institute of Complex Systems, Bereich Zelluläre Biophysik

Prof. Patricia Hidalgo, Abteilungsleiterin am Institute of Complex Systems, Bereich Zelluläre Biophysik Copyright: Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau

„Ich drehe Filme, die die Reise von Calcium-Ionenkanälen durch das Zellinnere zeigen. Das sind Moleküle, die wie eine Schleuse steuern, wie viele Calcium-Ionen in und aus der Zelle strömen. Fehlfunktionen können Herzkrankheiten, Bluthochdruck oder Migräne auslösen. Um korrekt zu arbeiten, müssen die Kanäle zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Stelle der Zellmembran wandern. Mit Farbstoffen machen wir sie dabei sichtbar und filmen ihren Weg mit einem Fluoreszenzmikroskop. So können wir beispielsweise besser verstehen, warum manche Moleküle nicht den richtigen Platz finden.“