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Quantum Flagship

Quantum Flagship

Das „Quantum Flagship“ ist eine der ehrgeizigsten langfristigen Forschungs- und Innovationsinitiativen der Europäischen Kommission. Die groß angelegte Initiative, die mit einer Milliarde Euro über einen Zeitraum von 10 Jahren finanziert wird, startete im Oktober 2018. Sie vereint Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Unternehmen und politische Akteure und unterstützt großangelegte und langfristige Forschungsprojekte. Ziel ist es, die wissenschaftliche Führung und Exzellenz Europas in diesem Forschungsbereich zu festigen und auszubauen, eine wettbewerbsfähige europäische Industrie im Bereich der Quantentechnologien anzustoßen und Europa zu einer dynamischen und attraktiven Region für innovative Forschung, Unternehmen und Investitionen in diesem Bereich zu machen.

Mehr als 5000 Forscherinnen und Forscher aus Wissenschaft und Industrie sind daran beteiligt. In ihrer ersten Phase fördert die Initiative 20 Forschungsvorhaben. Das Forschungszentrum Jülich bringt seine Expertise in drei Projekte ein.

vernetztes Konstrukt mit gelben Europasternen auf blauem Hintergrund mit MusterCopyright: Shutterstock/Montage: SeitenPlan

Ein europäischer Quantencomputer

Am Projekt "OpenSuperQ" sind zehn Partner aus Wissenschaft und Industrie beteiligt. Sie entwickeln und bauen bis zum Jahr 2021 am Forschungszentrum Jülich einen europäischen Quantencomputer– der erste auf diesem Level und unter vergleichbaren Systemen weltweit führend. Der Rechner soll das Rechnen mit 100 supraleitenden Qubits ermöglichen und vor allem die Simulation von Abläufen in Chemie und Materialwissenschaften sowie das Maschinelle Lernen, ein Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz, beschleunigen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt sollen über eine Cloud offenen Zugang haben.

Quantensensorik und Quantensimulation

Jülicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind im Rahmen des „Quantum Flagship“ an zwei weiteren Projekten beteiligt:

"ASTERIQS" wird Defekte im Kristallgitter von Diamanten nutzen, um eine leistungsfähige Quantensensorik zu entwickeln, etwa für die Elektroautoindustrie und für Lab-on-Chip-Kernspinresonanz zur Früherkennung bei Krankheiten.

Im Projekt "PASQuanS" sollen neue Zugänge zu Simulationen gefunden werden, um Fragen beispielsweise der statistischen Physik und der Materialforschung neu bearbeiten zu können. Im Rahmen des Projekts arbeiten europäische Wissenschaftler unter anderem an Experimenten zur gezielten Manipulation kalter Atome, um die Eigenschaften von komplexen Quantenmaterialien zu erforschen.