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Hitze-Puffer fällt weg

Sowohl am Wüstebach als auch in Kleinhau haben die Forschenden festgestellt: Wird weniger Kohlendioxid aufgenommen, wird auch weniger Wasserdampf abgegeben. Das hat Vor- und Nachteile. Die Luft über der entfichteten Fläche erwärmt sich schneller: Im Sommer, wenn es heiß wird, gibt es nichts, was die Hitze abpuffert. Die Sonne strahlt ungefiltert auf die Freiflächen, die sich auf bis zu 60 Grad aufheizen. Die Folge: Es steigt sehr viel warme Luft in die Atmosphäre auf und die Hitzewelle verstärkt sich noch. Auf der anderen Seite gibt es ohne Wald keinen durstigen Verbraucher, der dem Boden ohnehin knappes Wasser entziehen.

Dennoch: Im Vergleich zu anderen Ökosystemen hat der Wald die Dürre noch am besten abgefangen: Im Mittel ging 2018 die CO2-Entnahme durch Landökosysteme um 18 Prozent zurück. Bei Äckern, Grünländern und Mooren fiel das Minus mit bis zu 40 Prozent deutlich stärker aus, beim Wald hingegen waren es nur acht Prozent. „Das sollte man aus verschiedenen Gründen nicht überbewerten, aber viel Wald zu haben ist gut, wenn es darum geht, viel CO2 aufzunehmen“, resümiert Graf.

Katja Lüers/Christian Hohlfeld