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Bessere Diagnose bei Demenz dank Algorithmus für optimalen Einsatz von Biomarkern

Jülich, 16. November 2020 – Um neurodegenerative Erkrankungen wie die Alzheimer-Demenz in Klinik und Forschung diagnostizieren zu können, stehen heute moderne Verfahren der molekularen PET-Bildgebung (Positronen-Emissionstomographie) als Biomarker zur Verfügung. Dazu zählt die Amyloid-PET, die es erlaubt, krankhafte Amyloidablagerungen im Gehirn sichtbar zu machen sowie die ¹⁸F-Fluordeoxyglucose (¹⁸F-FDG)-PET, mit welcher der Glukosestoffwechsel und damit die Aktivität des Gehirns bewertet werden kann. Beide Verfahren liefern wertvolle und ergänzende Informationen für die diagnostische Einordnung.

Bisher gab es jedoch Unsicherheiten darüber, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Kombination und Reihenfolge diese Biomarker optimalerweise eingesetzt werden sollten.  Ein Gremium internationaler Experten aus verschiedenen Disziplinen unter Beteiligung des Forschungszentrums Jülich und der Universitätsklinik Köln hat nun einen Algorithmus über die spezifische Verwendung und den optimalen Zeitpunkt der einzelnen Biomarker vorgeschlagen. Dies geschah auf der Grundlage der verfügbaren Erkenntnisse und unter Berücksichtigung anderen verfügbarer Biomarker für die Früh- und Differentialdiagnose neurodegenerativer Erkrankungen.

Der Algorithmus benennt drei diagnostische Hauptwege mit unterschiedlichen Biomarker-Sequenzen, bei denen Amyloid-PET und ¹⁸F-FDG-PET in der Abfolge der diagnostischen Untersuchungen an unterschiedlichen Positionen platziert werden, je nach klinischem Erscheinungsbild.

Originalpublikation:
Gaël Chételat et al.; Amyloid-PET and ¹⁸F-FDG-PET in the diagnostic investigation of Alzheimer’s disease and other dementias; The Lancet Neurology, Issue 11, Vol 19, 01 November 2020, DOI: https://doi.org/10.1016/S1474-4422(20)30314-8

Weitere Informationen:
Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Molekulare Organisation des Gehirns (INM-2)

Ansprechpartner:
Prof. Alexander Drzezga
Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Molekulare Organisation des Gehirns (INM-2)
Tel.: 02461 61-4898
E-Mail: a.drzezga@fz-juelich.de

Pressekontakt:
Annette Stettien
Unternehmenskommunikation
Tel.: 02461 61-2388
E-Mail: a.stettien@fz-juelich.de