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Förderung für internationale Zusammenarbeit mit kanadischen Forschungseinrichtungen

Jülich intensiviert Kooperationen im deutsch-kanadische Labor HIBALL

Jülich, 5. Januar 2020 – Das deutsch-kanadische Labor HIBALL, welches das 20 Mikrometer BigBrain-Modell entwickelte, wurde als eines von drei Vorhaben im Programm „Helmholtz International Labs“ von einem internationalen Gutachterpanel für eine Förderung ausgewählt und erhält bis zu 300.000 Euro jährlich für die Dauer von fünf Jahren.

HIBALL, das Helmholtz International BigBrain Analytics Learning Laboratory will nun die BigBrain-Infrastruktur weiter entwickeln, um eine hohe Interoperabilität mit den Gehirninitiativen in Kanada und Europa zu erreichen, die die laufenden Arbeiten im Rahmen des European Human Brain Project ergänzt.

 

Ultrahochauflösende 3D-Karten von zytoarchitektonischen Bereichen im Big Brain-ModellUltrahochauflösende 3D-Karten von zytoarchitektonischen Bereichen im Big Brain-Modell.
Copyright: Amunts, Schiffer, Dickscheid et al

 

Digitale 3-D-Atlanten des menschlichen Gehirns sind grundlegende Werkzeuge zum Verständnis dieses Organs. Die meisten Atlanten bieten heute eine Auflösung im Millimeterbereich, die es erlaubt, Strukturfunktionsbeziehungen von Bereichen und großen Netzwerken zu untersuchen. Sie ermöglichen es jedoch nicht, Informationen über dünne Faserbündel, kortikale Schichten, Säulen, Mikroschaltungen oder Zellen zu integrieren. Um die Gehirnorganisation zu verstehen, müssen die räumlichen Skalen überbrückt und Modelle auf der Ebene von 1 bis 20 Mikrometern entwickelt werden. Durch ihre enge Zusammenarbeit entwickelten die Labore von Katrin Amunts, Forschungszentrum Jülich, und Alan Evans, McGill University Montreal, das 20 Mikrometer BigBrain-Modell. Im europäischen Human Brain Projekt wurde es zu einer Grundlage des bis heute umfangreichsten Atlas‘ des Gehirns. Die zellulären Daten werden dabei mit Daten zu vielen weiteren Aspekten der Gehirnorganisation räumlich verknüpft. Das neue deutsch-kanadische Labor HIBALL soll diese erfolgreiche Zusammenarbeit auf die nächste Ebene bringen. Somit kann eine nachhaltige, transkontinentale Forschungsplattform zur Kartierung des Gehirns aufgebaut werden. Dies wird durch eine verstärkte Nutzung und gemeinsame Entwicklung der neuesten KI- und High-Performance-Computing-Technologien (HPC) zum Aufbau hochdetaillierter 3-D-Hirnmodelle erreicht – in enger Zusammenarbeit mit CIFAR und dem Forschungsinstitut MILA in Kanada sowie der Helmholtz AI, der Helmholtz-übergreifenden Plattform zu KI. Ziel ist es, eine mikroskopische 3-D-Karte der funktionellen Neuroanatomie auf zellulärer Ebene zu erstellen.

Ansprechpartner:

Annette Stettien
Unternehmenskommunikation
Tel.: 02461 61 2388
E-Mail: a.stettien@fz-juelich.de