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Jülicher Citizen Science-Projekt erhält Helmholtz-Förderung

Jülich, 16. August 2019 – Bis zu 100.000 Euro pro Jahr erhalten jetzt drei Projekte aus der Helmholtz-Gemeinschaft, in denen Bürgerinnen und Bürger forschen. Eines der Projekte kommt aus dem Forschungszentrum Jülich und beschäftigt sich mit Aerosolen und reaktiven Gasen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit. Die Auswahl der Pilotprojekte erfolgte in einem Wettbewerb mit Begutachtung durch externe Expertinnen und Experten aus dem Bereich Citizen Science. Helmholtz fördert die Projekte drei Jahre lang aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds.

Ziel von Citizen Science-Projekten ist es unter anderem, das Wissen aus der Gesellschaft noch stärker in die Wissenschaft einfließen zu lassen und gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern neues Wissen zu produzieren. Im Projekt SMARAGD, an dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Jülich, Braunschweig und München mitarbeiten, können interessierte Bürgerinnen und Bürger mit qualitätsgeprüften Sensoren die Luftqualität vor Ort messen.

Sensor SMARAGDSensoren dieses Typs werden ab kommendem Jahr an Bürgerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Raum Köln verteilt.
Copyright: PressEveryKey / Tim Becker

In vielen deutschen Städten ist die Konzentration von Luftschadstoffen zu hoch. Mobile Messungen wie mit dem Jülicher MobiLab zeigen jedoch, dass sich die Belastung von Straße zu Straße stark unterscheiden kann. Die fehlenden hochaufgelösten Daten erschweren die Interpretation epidemiologischer Studien zur Gesundheitswirkung von Schadstoffen. Ziel des Projekts SMARAGD (Sensoren zur Messung von Aerosolen und reaktiven Gasen und Analyse ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit) ist daher die Verknüpfung von Daten zur individuellen Schadstoffbelastung mit Gesundheitsdaten.

Mithilfe der mobilen Applikation PIA („prospektive Erfassung inzidenter Gesundheitsevents-App“) können die beteiligten Bürger in Echtzeit von Atemwegsinfektionen berichten und sich bei Erkältungen Nasenabstriche entnehmen, die virologisch untersucht und deren Ergebnisse individuell zurückgemeldet werden. Diese Gesundheitsdaten werden im Projekt mit den Sensordaten zur individuellen Schadstoffbelastung verknüpft.

Die Sensoren, die vom nächsten Jahr an interessierte Bürgerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Raum Köln verteilt werden, liefern über einen Zeitraum von einem Jahr Daten über die Konzentration von Stickoxiden, Kohlenmonoxid und Feinstaub.

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre (IEK-8)

Infos zu MobiLab

Pressemitteilung "Helmholtz fördert drei Projekte von Bürgerwissenschaftlern" (16. August 2019)

Ansprechpartner:
Dr. Robert Wegener
Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre (IEK-8)
Tel.: 02461 61-6914
E-Mail: r.wegener@fz-juelich.de

Pressekontakt:
Erhard Zeiss, Pressereferent
Tel.: 02461 61-1841
E-Mail: e.zeiss@fz-juelich.de