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Biotechnologie für eine nachhaltige Zukunft

Jülich Biotech Day 2021

Jülich, 1. Oktober 2021 – Der diesjährige Jülich Biotech Day stand ganz im Zeichen des Bioökonomie-Jahres 2020/21, denn die Schaffung nachhaltiger Kreislaufprozesse auf der Grundlage von nachwachsenden Rohstoffen ist ein zentrales Thema der Bioökonomie. Namhafte Vertreter aus Industrie und Wissenschaft – darunter die Vorsitzende des Deutschen Bioökonomierates – stellten aktuelle Entwicklungen vor, ergänzt durch die prämierten Beiträge zweier Jungforscher.

Prof. Dr.-Ing. Daniela Thrän vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig ist seit 2020 Vorsitzende des Bioökonomierats, der die Bundesregierung dabei berät, optimale Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Wirtschaften auf Grundlage biobasierter Ressourcen zu schaffen. Sie ist zugleich Bereichsleiterin Bioenergiesysteme am Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) in Leipzig und befasst sich dort mit der zentralen Frage, wie das Potential nachwachsender Rohstoffe realistisch abgeschätzt und bewertet werden kann. Auf dem Biotech Day zeigte sie auf, wie eine nachhaltige Bioökonomie in den kommenden Jahren konkret entwickelt werden kann.

Dr. Ralf Kelle ist für die nachhaltige Unternehmensentwicklung der Evonik verantwortlich. Er befasst sich mit Strategien, um den ökologischen Fußabdruck von Landwirtschaft und Ernährungsindustrie so weit zu verringern, dass die planetaren Nachhaltigkeits-Grenzen nicht mehr überschritten werden. Sein Vortrag behandelte speziell die Rolle der Biotechnologie in einer Netto-Null-Kohlenstoff Kreislaufwirtschaft im Einklang mit der Natur.

Als Vertreter der grundlagenorientierten Forschung hat Prof. Dr. Jörn Piel vom Institut für Mikrobiologie der ETH Zürich über die mikrobielle Herstellung von Naturstoffen und deren Bedeutung für den Menschen gesprochen. Bei ihm ging es um vielseitige Enzyme, die nach dem Muster eines Schweizer Offiziersmessers die modulare Synthese von oft kompliziert aufgebauten Naturstoffen erlauben.

Gleich zwei Nachwuchswissenschaftler wurden für ihre herausragenden Masterarbeiten mit dem Christian-Wandrey-Preis 2020 ausgezeichnet. Beide Arbeiten befassen sich mit effizienten und Ressourcen-schonenden biotechnologischen Produktionsprozessen. M. Sc. Franziska Bertram von der Aachener Verfahrenstechnik hat ein innovatives elektrochemisches und Membran-unterstütztes Extraktionsverfahren für die Milchsäureherstellung entwickelt, bei dem durch den Einsatz regenerativer elektrischer Energie der üblicherweise entstehende Abfall in Form von Gips erheblich reduziert werden kann. M. Sc. Philipp Petermeier hat in seiner Arbeit an der TU Graz die Stärken der Biokatalyse mit denen der Metallkatalyse kombiniert, um eine ganze Reihe von mehrfach substituierten Piperidinen quantitativ und effizient herzustellen. Diese Moleküle haben vielfache Verwendung u.a. bei der Herstellung von Pharmazeutika und kommen oft in alternativen Formen vor, die jeweils rein hergestellt werden konnten.


BMBF/Wissenschaftsjahr 2020/21 BioökonomieCopyright: BMBF/Wissenschaftsjahr 2020/21

Weitere Informationen:

Website des Jülich Biotech Day

Institut für Bio-und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1)

Institut für Molekulare Enzymtechnologie (IMET)

Institut für Bioorganische Chemie (IBOC)

Bioeconomy Science Center (BioSc)

Bioökonomierat

 

Ansprechpartner:

Prof. Wolfgang Wiechert
Direktor Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1)
Tel.: 02461 61-3118
E-Mail: w.wiechert@fz-juelich.de