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JSC beteiligt sich an drei neuen NFDI-Konsortien

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz in Bonn (GWK) hat bekannt gegeben, dass 10 Konsortien der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) in der zweiten Ausschreibungsrunde neu zur Förderung ausgewählt wurden. Die NFDI wurde 2020 gegründet, um sicherzustellen, dass die große Menge an Daten aus der öffentlich geförderten Wissenschaft allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland zur Verfügung steht. Durch die NFDI sollen die Datenbestände der Wissenschaft und Forschung systematisch zugänglich gemacht und unter Wahrung eines etwaigen Schutzbedarfs nachhaltig gesichert sowie national und international vernetzt werden. Dies ist in den FAIR-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) festgeschrieben. Die NFDI ist damit als Wissensspeicher für die gesamte Forschungslandschaft und als Treiber für Open Science gedacht. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

JSC ist an drei der neuen Konsortien beteiligt: PUNCH4NFDI (bei dem das Forschungszentrum Jülich als Mitantragsteller auftrat), FAIRmat und Text+.

Das Konsortium PUNCH4NFDI (Particles, Universe, NuClei, and Hadrons for the NFDI) wird eine neue, gemeinsame Wissenschaftsplattform für die Bereiche Teilchenphysik, Astroteilchenphysik, Astrophysik sowie Hadronen- und Kernphysik entwickeln (https://www.punch4nfdi.de/). "Big Data" und "Open Data" sind bereits Teil der täglichen Routine der Forscher und Forscherinnen in diesen Bereichen. Die neuen wissenschaftlichen Großgeräte produzieren jedoch exponentiell wachsende Datenmengen, die die Forschung vor neue Herausforderungen stellen. So geht man beispielsweise davon aus, dass das Datenvolumen des neuen Square Kilometre Array (SKA)-Teleskops das des gesamten Internets zum jetzigen Zeitpunkt übertreffen wird. Die PUNCH4NFDI-Plattform wird einen zentralen Zugang zu den Forschungsdaten bieten, moderne Werkzeuge zur Wissensextraktion bereitstellen und die automatische Veröffentlichung neuer Forschungsdaten ermöglichen. Das JSC wird den Zugang zum Forschungsportal in den verschiedenen Forschungsbereichen entscheidend unterstützen. So beherbergt das JSC beispielsweise das deutsche Datenarchiv des internationalen LOFAR-Teleskops und wird nun neue Datenspeicherkonzepte für SKA entwickeln. Als HPC-Zentrum wird das JSC optimierte Software-Werkzeuge anbieten, die die Datenproduktion, -verwaltung und -analyse effizienter und damit immer klimaverträglicher machen. Moderne KI-Methoden zur Analyse großer Mengen komplexer Daten auf Supercomputern werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus wird das JSC dem Konsortium Ressourcen wie Rechenzeit und Speicherplatz zur Verfügung stellen.

Das FAIRmat-Konsortium (https://www.fair-di.eu/fairmat) wird eine Dateninfrastruktur auf dem Gebiet der Physik der kondensierten Materie, der chemischen Physik von Festkörpern und der Materialwissenschaften schaffen. Das JSC wird diese NFDI mit einer Infrastruktur für prototypische Workflow-Implementierungen unterstützen.

Darüber hinaus beteiligt sich das JSC am Text+-Konsortium (https://www.text-plus.org/) und unterstützt die Forschung zu digitalen Sammlungen, lexikalischen Ressourcen und Editionen mit seinem Fachwissen über den Betrieb und die Integration von Daten- und Rechendiensten im Text+-Workspace-Konzept.

Kontakt: jsc@fz-juelich.de

aus JSC News No. 282, 27. Jul. 2021