Navigation und Service

Kurznachrichten Januar 2019

Erosionsatlas made in Jülich

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hat Ende vergangenen Jahres den Hessischen Bodenerosionsatlas 2018 veröffentlicht. Der Atlas stellt eine wichtige Planungsgrundlage für Maßnahmen zum Boden- und Gewässerschutz dar und richtet sich an die Fachverwaltung, Landwirte und die interessierte Öffentlichkeit. Dr. Björn Tetzlaff vom Jülicher Institut für Agrosphärenforschung lieferte dazu die Simulationen der landesweiten Bodenerosionsgefahr und berechnete Szenarien, wie zum Beispiel der verstärkte Anbau von Mais für Biogasanlagen die Erosion erhöhen kann. Tetzlaff hatte bereits vor fünf Jahren für die Vorgängerausgabe die Berechnungen durchgeführt, damals mit einer räumlichen Auflösung von 20 Metern. Inzwischen liegt die Genauigkeit bei 5 Metern räumlicher Auflösung.

Die Untersuchungen des Jülicher Wissenschaftlers ergaben, dass in Hessen jährlich über 1,6 Millionen Tonnen Boden abgespült werden. Eine wichtige Ursache der Bodenerosion sind extreme Niederschläge, die im Zeichen des Klimawandels in Zukunft noch häufiger zu erwarten sind.

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Agrosphäre (IBG-3)

Link zum Bodenerosionsatlas Hessen

Zusammenarbeit im Zeichen der LOHC-Technologie

Das Forschungszentrum Jülich und das Unternehmen Hydrogenious Technologies in Erlangen haben im Januar einen umfangreichen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Ziel der Zusammenarbeit ist die gemeinsame Weiterentwicklung und Kommerzialisierung der LOHC-Technologie ("Liquid Organic Hydrogen Carriers") für mobile Anwendungen. Dabei wird gasförmiger Wasserstoff an eine ungefährliche Trägerflüssigkeit gebunden, die sich sicher lagern und transportieren lässt. Der Fokus der Kooperation liegt auf On-board Systemen für Züge und Schiffe und der Weiterentwicklung der Direkt-LOHC-Brennstoffzelle.

Innerhalb des Forschungszentrums beschäftigt sich das 2014 gegründete Helmholtz-Institut für Erneuerbare Energien Erlangen-Nürnberg (HI ERN) mit der LOHC-Technologie. Erst kürzlich hat das HI ERN bekannt gegeben, dass der Freistaat Bayern die Forschung des Instituts mit 28 Mio. Euro fördert: Innerhalb von fünf Jahren werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Regional-Zug auf Basis der LOHC-Technologie entwickeln und als Prototyp betreiben.

Hydrogenious Technologies ist eine Ausgründung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Einer der drei Mitbegründer ist Prof. Peter Wasserscheid, Direktor am HI ERN.

Institut für Energie- und Klimaforschung, Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (IEK-11)

Pressemitteilung "Aus dem Labor auf die Schiene – Forscher des HI ERN planen Wasserstoffzüge mit LOHC-Technologie" (19. April 2018)

Pressemitteilung "Forscher aus Jülich und Erlangen für Deutschen Zukunftspreis 2018 nominiert" (12. 9. 2018)

Nachwuchswissenschaftler Alexander Grünberger neu im Jungen Kolleg

Jun.-Prof. Alexander Grünberger vom Jülicher Institut für Biotechnologie ist einer von zwölf Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, die jetzt in das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste aufgenommen wurden. Die Auszeichnung ist verbunden mit einem jährlichen Stipendium von 10.000 Euro für vier Jahre.

Grünbergers Forschungsgebiet ist die Bioökonomie, insbesondere die industrielle Biotechnologie. Hier beschäftigt er sich mit der Verbesserung und Entwicklung neuer biotechnologischer Verfahren für die Herstellung von höherwertigen Produkten wie zum Beispiel Aminosäuren. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht dabei die Untersuchung von Populationsheterogenität in Bioprozessen durch sogenannte "Einzelzellbioreaktoren". Diese bieten neue revolutionäre Einblicke in zellulärer Prozesse wie zum Beispiel Wachstum und Metabolismus sowohl individueller Zellen als auch von Zellpopulationen. Im Jahr 2017 wurde Grünberger auf den neu gegründeten Lehrstuhl für Multiscale Bioengineering der Universität Bielefeld berufen.

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1)

Wolfgang Marquardt im Vorstand der DECHEMA

Der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Jülich, Prof. Wolfgang Marquardt, ist neues Mitglied des Vorstands der Gesellschaft für chemische Technik und Biotechnologie DECHEMA. Die DECHEMA ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein, sie vertritt die Gebiete chemische Technik und Biotechnologie in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Marquardt, der auch Vizepräsident der Helmholtz-Gemeinschaft ist, wurde für die Gruppe Wissenschaft in den Vorstand gewählt.

Pressemitteilung der DECHEMA zu den Vorstandswahlen (3. Dezember 2018)

Harald Bolt neuer Sprecher des FVEE

Prof. Harald Bolt, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich, ist neuer Sprecher des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien (FVEE). Nach seiner Wahl plädierte Bolt dafür, auch im europäischen Raum Impulse für die Energiewende zu setzen. Dies unterstütze die Entwicklung zu einem europäischen Energiesystem mit minimalen Treibhausgasemissionen und festige die starke Forschungsposition des FVEE über den nationalen Raum hinaus.

Der FVEE ist eine bundesweite Kooperation von Forschungseinrichtungen. Ihr Ziel ist die Transformation der Energieversorgung zu einem nachhaltigen Energiesystem. Daher erforschen und entwickeln die Mitglieder Technologien für erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Energiespeicherung und das optimierte technische und sozio-ökonomische Zusammenwirken aller Systemkomponenten.

Webseite des FVEE

Preise und Auszeichnungen

Forschungspreis für Martin Winter

Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) verlieh Prof. Martin Winter im Rahmen ihres Neujahrsempfangs im Januar den mit 30.000 Euro dotierten Forschungspreis 2018. Die Hochschule würdigt mit der Auszeichnung Winters exzellente und international anerkannte Forschungsleistungen in der Batterieforschung. Der Wissenschaftler ist Professor am Institut für Physikalische Chemie der WWU, leitet das Batterieforschungszentrum MEET der Universität und ist Gründungsdirektor des Helmholtz-Instituts Münster (HI MS), einer Außenstelle des Forschungszentrums Jülich.

Winters Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Materialforschung für Alkalimetall-Hochenergiebatterien, insbesondere der Lithium-Ionen- und Lithium-Metall-Batterien. In diesem Bereich arbeitet und forscht der Chemiker seit mehr als 25 Jahren und begleitet damit insbesondere die den Markt und die Technologie beherrschende Lithium-Ionen-Batterie seit Anfang der 1990er-Jahre, als diese Technologie noch in den Kinderschuhen steckte. Seit seiner Berufung an die WWU im Jahr 2008 sind aus seiner grundlagenwissenschaftlichen Forschung zahlreiche Innovationen für Lithium-Ionen-Hochleistungsbatterien und neue Wege zu innovativen Batteriekonzepten hervorgegangen.

Helmholtz-Institut Münster: Ionics in Energy Storage (IEK-12)

Batterieforschungszentrum MEET

Jülicher Atmosphärenforscher gehört zu den "Menschen des Jahres"

Die "Jülicher Woche" hat Dr. Franz Rohrer vom Institut für Troposphärenforschung in ihre Liste der "Menschen des Jahres 2018" aufgenommen. In der Ausgabe vom 9. Januar würdigt die Wochenzeitung mit der Auszeichnung den Beitrag des Jülicher Atmosphärenforschers und seiner Teamkollegen Dr. Dieter Klemp und Dr. Robert Wegener in der Diesel-Debatte. Rohrer hatte sich immer wieder kritisch zu Fahrverboten für Pkw geäußert: Nach Einschätzung des Wissenschaftlers reichen sie allein nicht dazu aus, die Stickoxid-Grenzwerte in großen deutschen Innenstädten einzuhalten.

Pressemitteilung "Diesel-Debatte: "Mit Nachrüstungen und Umtauschaktionen für Pkw allein lassen sich die Grenzwerte in Städten kaum einhalten" (27. September 2018)

E-Paper "Jülicher Woche" (9. Januar 2019)

Mediathek

Neues Video zur Jülicher Agrosphärenforschung

Das Forschungsprojekt "Inplamint" wird von dem Jülicher Wissenschaftler Prof. Nicolas Brüggemann vom Institut für Agrosphärenforschung koordiniert. Dabei geht es darum, wie Nährstoffe in landwirtschaftlich genutzten Böden effizienter genutzt werden können. Das soll durch die Optimierung der Wechselwirkungen von Pflanze, Boden und Mikroorganismen gelingen. Ziel ist es, Bodenfunktionen und die Effizienz der Nährstoffnutzung in der Nahrungsmittelproduktion zu verbessern und optimierte Anbaustrategien zu entwickeln. In einem neuen Video wird das Projekt jetzt im Internet auf der Seite biooekonomie.de unter dem Titel "BonaRes Inplamint: Dressierte Mikroben für einen fruchtbaren Boden" vorgestellt. Die Webseite geht auf eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zurück und bietet einen Überblick über die Bioökonomie-Forschung im In- und Ausland.

Link zum Video

Webseite biooekonomie.de

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Agrosphäre (IBG-3)

Aktuelle Termine:

Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungs­zentrum Jülich, unter anderem:

Regionalwettbewerb Jugend forscht 2019

15. 02. 2019, Forschungszentrum, Foyer und Auditorium der ZB
Jugend forscht ist Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb. Ziel ist es, Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, Talente zu finden und zu fördern. Auch 2019 ist das Forschungszentrum Jülich wieder als Ausrichter des Regionalwettbewerbs für die Region Aachen und Umgebung dabei. Am Freitag, den 15. Februar, kann die Öffentlichkeit ab 14:30 Uhr die Wettbewerbsarbeiten besichtigen. Von 16 Uhr an werden in einer Feierstunde die Urkunden und Preise überreicht.

Mehr Informationen

Pressekontakt:

Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, e.zeiss@fz-juelich.de