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Kurznachrichten Dezember 2018

Jülicher Forscher wollen Energiesystem der Zukunft auf Superrechnern simulieren

Beim Energiesystem der Zukunft sind noch viele Fragen offen. Im Projekt METIS arbeiten Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich an einem neuen Simulationsmodell, das es ermöglichen soll, das Energiesystem in einem bisher unerreichten Detailgrad über mehrere Jahrzehnte hinweg auf Supercomputern zu simulieren.

Für das Vorhaben haben sich die koordinierenden Forscher des Jülicher Instituts für Energie- und Klimaforschung (IEK-3) mit Experten des Jülich Supercomputing Centre (JSC) sowie mit Partnern der RWTH Aachen und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zusammengeschlossen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert das Projekt, das im Oktober dieses Jahres startete, mit über 1,8 Millionen Euro.

Langfristige Modellrechnungen, wie sie die Forscher anstreben, sind bis jetzt nur in einer sehr geringen Auflösung möglich. Ganze Bundesländer werden dabei oftmals nur durch einen einzigen Datenknoten repräsentiert. Um den hohen Komplexitätsgrad eines Energiesystems abzubilden, das hochgradig auf erneuerbaren Energien basiert, ist das zu wenig.

In METIS (Methods and Models for Energy Transformation and Integration Systems) wollen die Forscher nun ein neues Werkzeug schaffen, mit dem sich verschiedene Fragestellungen zur Energiewende angehen lassen. Sind beispielsweise Offshore-Windräder und ein damit einhergehender Netzausbau volkswirtschaftlich günstiger als der Aufbau dezentraler, lokaler Windkraftanlagen? Wie sinnvoll ist der Einsatz von Power-to-X-Verfahren, mit denen sich die Energie von Wind und Sonne in Form von chemischen Energieträgern wie Wasserstoff speichern lässt? Und wie gut wäre ein Energiesystem gegen extreme Wettereignisse gewappnet, das überwiegend auf erneuerbaren Energien beruht?

Die Forscher wollen in METIS verschiedene Modelle schaffen, die detaillierte Wetter-, Last- und Infrastrukturdaten enthalten. Die Veröffentlichung ist als Open Source geplant, sodass die Modelle später auch von anderen Wissenschaftlern und Arbeitsgruppen frei genutzt werden können.

Webseite von METIS

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Elektrochemische Verfahrenstechnik (IEK-3)

Jülich Supercomputing Centre (JSC)

Neubau für die nachhaltige Energieversorgung der Zukunft

Das Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN) erforscht und entwickelt Grundlagen, Materialien und Technologien für die klimaneutrale und nachhaltige Energieversorgung zu akzeptablen Kosten. Mitte Dezember wurde auf dem Südcampus der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) Richtfest für den 32-Millionen-Euro-Neubau gefeiert, den das Forschungszentrum Jülich als Außenstelle in Kooperation mit der FAU und dem Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) betreibt. Die Partner bündeln hier ihre Expertise in den Bereichen Material-, Energie- und Prozessforschung.

Prof. Harald Bolt, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich, erläuterte in seiner Begrüßung: "Bisher sind die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des HI ERN als Gäste der FAU untergebracht, was zu einer hervorragenden Integration der Aktivitäten in der Startphase geführt hat." Mit dem Neubau des HI ERN-Institutsgebäudes und einer ausgezeichneten Infrastruktur würden jetzt ideale Bedingungen geschaffen, um im exzellenten Erlanger Umfeld die Forschung an nachhaltigen und bezahlbaren Energietechnologien voranzutreiben.

Der Freistaat Bayern fördert in den nächsten Jahren drei Forschungsprojekte am HI ERN. Den innovativen Technologien für Wasserstoff als Energiespeicher ist ein Vorhaben gewidmet: Über fünf Jahre fließen fast 29 Mio. Euro in die Entwicklung eines fahrbaren Zugdemonstrators auf Basis der LOHC-Technologie (Liquid Organic Hydrogen Carrier). Darüber hinaus geht es um Photovoltaik-Forschung: Ein mit knapp 2,5 Mio. Euro über fünf Jahre gefördertes Projekt zielt darauf ab, Versorgungssicherheit sowie die optimale Ausnutzung aller verfügbaren Flächen für Photovoltaik sicherzustellen. Ein weiteres Vorhaben wird über fünf Jahre mit gut 3 Mio. Euro gefördert. Dabei wird eine voll automatisierte Forschungsmaschine zusammen mit den notwendigen Methoden für die kombinatorische Materialentwicklung entwickelt.

Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN)

Pressemitteilung "Aus dem Labor auf die Schiene" vom 19. April 2018

Plasmaphysik: DFG fördert deutsch-chinesisches Forschungsprojekt

Erfolg für die Jülicher Plasmaforscher: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein deutsch-chinesisches Forschungsprojekt in den kommenden drei Jahren mit 440.000 Euro. Der Antrag mit dem Thema "Plasma-wall interaction diagnostics for steady-state fusion plasmas" wurde gemeinsam von Dr. Sebastijan Brezinsek (Forschungszentrum Jülich) und Prof. Georg Pretzler (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) sowie Dr. Rui Ding (ASIPP, Hefei) und Prof. Hongbin Ding (Dalian Technical University) eingebracht. Ziel des Projekts ist die Weiterentwicklung von laser-basierten Diagnostiken zur Untersuchung der Plasma-Wand-Wechselwirkung in den Langpulsexperimenten EAST (Tokamak, Hefei) sowie W7-X (Stellarator, Greifswald).

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Plasmaphysik (IEK-4)

Informationen zum Kernfusionsexperiment Wendelstein 7-X in Greifswald

Cent-Spende: 7784 Euro für "Breakfast4kids"

Bei der Aktion "Kleines Geld, große Hilfe" des Forschungszentrums Jülich kamen 2018 insgesamt 7784 Euro zusammen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verzichten dabei auf die Cent-Beträge ihrer monatlichen Gehalts-Überweisung. Dazu kommen noch Einzelspenden. In diesem Jahr geht der Erlös an den Aachener Verein "Breakfast4kids". Dieser engagiert sich im Kampf gegen Kinderarmut, indem er täglich rund 800 Kinder an 26 Schulen in den Städten Aachen, Eschweiler, Stolberg, Herzogenrath, Alsdorf, Köln und Brühl mit gesunden Pausenbroten versorgt.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forschungszentrums können per Abstimmung über Vorschläge entscheiden, wofür die Spende verwendet werden soll. Der Empfänger 2019 steht schon fest: Es ist "STEP-Register", ein Netzwerk und Informationsportal für seltene Tumorarten bei Kindern und Jugendlichen.

Informationen zu "Breakfast4kids"

Informationen zu "STEP-Register"

Preise und Auszeichnungen

Jülicher Wissenschaftler sind "Highly Cited Researchers"

Sie gehören weltweit zu den am häufigsten zitierten Wissenschaftlern: Die Jülicher Professoren Simon Eickhoff (INM-7), Rainer Waser (PGI-7), Wulf Amelung (IBG-3), Björn Usadel (IBG-2) und Sven Cichon (INM-7). Sie wurden von Clarivate Analytics (vormals Thomson Reuters) als "Highly Cited Researchers" gelistet.

"Highly Cited", also häufig zitiert, sind Publikationen, die im Erscheinungsjahr zu den ein Prozent meistzitierten ihres Fachgebiets gehören. Nur diejenigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die gleich an mehreren solcher Highly Cited Papers beteiligt sind, werden in den Kreis der "Highly Cited Researchers" aufgenommen. Der Kreis umfasste bei der aktuellen Auswertung weltweit etwa 6.000 Personen in 21 Kategorien.

Grundlage der Auswertung von Clarivate Analytics ist die Datenbank "Web of Science", die wissenschaftliche Artikel aus rund 34.000 Fachzeitschriften auflistet. Deutschland befindet sich mit insgesamt 356 erfolgreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf Platz 4 der Wissenschaftsstandorte, nach den USA, Großbritannien und China.

Pressemitteilung von Clarivate Analytics

Doppelter Erfolg für die "effzett"

Die "effzett", das Magazin des Forschungszentrums Jülich, wurde in diesem Jahr erstmals mit zwei International Creative Media Awards ausgezeichnet. Die Printausgabe 2/2018 erhielt einen Award in Silber für Titel und Titelstory zum Thema Alzheimer. Die Online-Ausgabe wurde in der Kategorie "Fachzeitschriften online" ausgezeichnet, ebenfalls mit einem Silber-Award. Der International Creative Media Award (ICMA) ist ein weltweiter Wettbewerb für Corporate-Medien, Bücher, Corporate Design und Zeitschriften.

Digitale Ausgabe der "effzett" auf Deutsch und Englisch

Informationen zum Wettbewerb

Mediathek

Titelthema: Quantencomputing

Die Forschung zu Quantencomputern ist Titelthema der aktuellen Ausgabe des Jülicher Magazins "effzett", die im Dezember erschienen ist. Außerdem stellt die Redaktion unter anderem Hirnforschung mit künstlicher Intelligenz vor: Selbstlernende Software ermittelt aus Hirnscans Informationen über Persönlichkeitsmerkmale und psychische Erkrankungen. Ein weiteres Thema sind Untersuchungen, warum beispielsweise Weihnachtsplätzchen bei Kerzenschimmer viel besser schmecken als im Hochsommer: Wie beeinflussen andere Sinne das Schmecken und was passiert dabei im Gehirn?

Digitale Ausgabe

effzett Ausgabe 3 / 2018 zum Download

Aktuelle Termine:

Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungs­zentrum Jülich.

Pressekontakt

Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, e.zeiss@fz-juelich.de