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Kurznachrichten November 2018

Helmholtz investiert 3,5 Millionen Euro in Projekt SESAME

Die Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren fördert den Teilchenbeschleuniger SESAME in Jordanien – einzige Synchrotronstrahlungsquelle im Nahen Osten – mit 3,5 Millionen Euro auf vier Jahre. Dies wird es ermöglichen, in einer neuen Strahlführung mithilfe hochmoderner weicher Röntgenstrahlung eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen im Bereich Materie durchzuführen. Ein weiteres Ziel ist es, die internationale Zusammenarbeit in der Region zu stärken. Das Jülicher Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik, Bereich Engineering und Technologie, ist an zwei Arbeitspaketen beteiligt. Das Institut bringt seine Expertise auf dem Gebiet der Vakuumtechnik ein und berät und unterstützt vor Ort das SESAME-Team beim Aufbau und der Inbetriebnahme der Strahlungsquelle.

Das Akronym SESAME steht für „Synchrotron-light for Experimental Science and Applications in the Middle East”. Die Synchrotronstrahlungsquelle der dritten Generation ermöglicht es zum Beispiel Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die Struktur neuer Materialien zu erforschen oder Biomoleküle zu analysieren. Dem Helmholtz-Konsortium aus fünf deutschen Forschungszentren gehören neben Jülich das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY, das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR), das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) sowie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) an.

Bereits im Jahr 2003 wurde SESAME als internationales Projekt unter Beteiligung mehrerer Nationen aus dem Nahen Osten gestartet und im Jahr 2017 in Betrieb genommen. Ägypten, Iran, Israel, Jordanien, Pakistan, die palästinensischen Autonomiegebiete, die Türkei und Zypern engagieren sich hier gemeinsam. SESAME-Ratspräsident ist Rolf Heuer, der ehemalige CERN-Direktor.

Weitere Informationen zu SESAME

Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik, Bereich Engineering und Technologie (ZEA-1)

Bewerbungsstart an der Max Planck School of Cognition

Das Forschungszentrum Jülich ist gemeinsam mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf an einer von drei neuen Max Planck Schools beteiligt – der Max Planck School of Cognition. Co-Sprecherin der School, der 25 Universitäten und außeruniversitäre Forschungsorganisationen angehören, ist die Hirnforscherin Prof. Katrin Amunts, Direktorin des Jülicher Instituts für Neurowissenschaften und Medizin sowie des C. u. O. Vogt-Instituts für Hirnforschung am Universitätsklinikum Düsseldorf. Amunts ist außerdem wissenschaftliche Leiterin des europäischen Human Brain Project (HBP). Ziel der Max Planck Schools ist es, eine multidisziplinär orientierte Generation exzellenter Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in einem vierjährigen PhD-Programm auszubilden. Seit dem 1. November können sich herausragende Bachelor- und Masterabsolventen bewerben.

Die Kognitionsforschung behandelt Themen aus so unterschiedlichen Disziplinen wie Psychologie, Physik, Computerwissenschaft, Philosophie, Biologie und Medizin. Daher sind der intellektuelle Austausch und die Zusammenarbeit über die Fächergrenzen hinweg in diesem innovativen Forschungsfeld unverzichtbar und es gibt einen großen Bedarf an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die einen Zugang zu den Methoden und Ansätzen der verschiedenen Fachrichtungen haben.

Neben der Max Planck School of Cognition gehen in diesem Jahr auch die Max Planck School of Photonics sowie die Max Planck School Matter to Life an den Start. Die drei Pilot-Schools werden zunächst für fünf Jahre vom Bundesforschungsministerium (BMBF) mit insgesamt neun Millionen Euro pro Jahr finanziell unterstützt.

Weitere Informationen zu den Max Planck Schools

Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft „Bewerbungsstart für Max Planck Schools“ (31. Oktober 2018)

Video mit Prof. Katrin Amunts zur Max Planck School of Cognition

Artikel „Pioneering new Max Planck Schools aim to attract Ph.D. students to Germany” in Science (18. September 2018)

Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Strukturelle und funktionelle Organisation des Gehirns (INM-1)

Informationen zum Human Brain Project (HBP)

Ozonbelastung zeigt gegensätzliche Trends

Vorschriften zum Schutz der Luftqualität und Umwelt zeigen Wirkung: Die Ozonwerte in Europa und Nordamerika steigen seit dem Jahr 2000 nicht mehr, an einigen Stellen gehen sie sogar zurück. Das geht aus einem neuen Bericht der Welt Organisation für Meteorologie (WMO) hervor. Anders ist die Lage in Ostasien. An den wenigen verfügbaren Messstationen wurde zuletzt ein kontinuierlicher Anstieg der Ozonbelastung gemessen. Das Spurengas breitete sich von dort zudem weiträumig aus. Als Folge stiegen auch einige Werte an der Westküste Nordamerikas beständig an.

In vielen Teilen der Welt sind Messstellen allerdings immer noch sehr spärlich oder fehlen ganz, wie die WMO feststellt. Selbst an Standorten, an denen die Ozonkonzentrationen deutlich gesunken sind, treten zeitweilig immer noch hohe Werte auf. In Europa kam es in den Jahren 2003 und 2006 zu extremen Ozonbelastungen durch Hitzewellen. Solche Ereignisse sind aufgrund des Klimawandels in Zukunft noch häufiger zu erwarten. So waren die Ozonwerte im Jahr 2018 ebenfalls hoch, die Daten müssen aber noch vollständig analysiert und kontrolliert werden.

"Die Ozonschicht in der Stratosphäre schützt uns, indem sie schädliche ultraviolette Strahlung der Sonne absorbiert. In der unteren Troposphäre ist Ozon jedoch schädlich für die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System des Menschen", erklärt Dr. Martin Schultz vom Forschungszentrum Jülich, der bis vor kurzem den Vorsitz der wissenschaftlichen Beratergruppe für reaktive Gase bei der WMO führte. Das WMO Reactive Gases Bulletin stützt sich in hohem Maße auf den Tropospheric Ozone Assessment Report (TOAR) und die TOAR-Datenbank, das weltweit größte Archiv für Ozon-Messwerte, das von Experten des Jülich Supercomputing Centre (JSC) betrieben wird.

WMO Reactive Gases Bulletin, Oktober 2018

Tropospheric Ozone Assessment Report

Philipp Schwartz-Stipendiatin in der Pflanzenforschung

Das Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG-2) hat bei der Alexander von Humboldt Stiftung ein Philipp Schwartz-Stipendium für gefährdete Forschende eingeworben.

Fahmia Aljmli aus der Stadt Homs in Syrien arbeitet seit Anfang November im Rahmen des Stipendiums im IBG-2. Sie untersucht die Auswirkungen eines erhöhten CO2-Gehalts der Luft auf die Interaktionen von Pflanzen und Insekten.

Die Agraringenieurin hat 2003 in Deutschland an der TU Braunschweig promoviert und fünf Jahre in Deutschland gelebt. Sie hat nun die Möglichkeit, 24 Monate lang in Deutschland wissenschaftlich zu arbeiten und die technischen Möglichkeiten am IBG-2 für ihre Forschung nutzen zu können, die es in ihrem Heimatland aufgrund der Kriegssituation aktuell nicht gibt.

Die Initiative der Alexander von Humboldt Stiftung mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes gibt Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland die Möglichkeit, gefährdete Wissenschaftler im Rahmen eines Vollstipendiums für zwei Jahre aufzunehmen.

Informationen zur Philipp Schwartz-Initiative

Preise und Auszeichnungen

Prof. Harald Bolt ins Präsidium von acatech gewählt

Prof. Harald Bolt ist neues Mitglied des Präsidiums der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, kurz acatech. Das Vorstandsmitglied des Forschungszentrums Jülich wurde im Oktober gemeinsam mit Prof. Dirk Uwe Sauer von der RWTH Aachen und der Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Ann-Kristin Achleitner von der TU München in das Gremium gewählt. Das Präsidium steuert die Akademie und vertritt sie nach außen.

Bolt, Vorstand für Energie und Bioökonomie, ist bereits seit 2013 Mitglied von acatech. Sauer leitet den Lehrstuhl für Elektrochemische Energiewandlung und Speichersystemtechnik der RWTH Aachen. Zudem ist er seit 2014 Direktor der Sektion ENERGY der Jülich Aachen Research Alliance (JARA). Ann-Kristin Achleitner hat seit 2001 den Lehrstuhl für Entrepreneurial Finance an der TUM inne und ist seit 2003 Wissenschaftliche Co-Direktorin des Center for Entrepreneurial and Financial Studies (CEFS).

Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften ist die von Bund und Ländern geförderte nationale Akademie und Stimme der Technikwissenschaften im In- und Ausland. Sie berät Politik und Gesellschaft in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen. Die Mitglieder von acatech sind herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Ingenieur- und den Naturwissenschaften, der Medizin sowie aus den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Pressemitteilung der acatech

Vier Azubis des Forschungszentrums von IHK geehrt

Gleich vier Auszubildende des Forschungszentrums sind am 22. November von der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Köln für ihre herausragende Leistung geehrt worden. Carl Friedrich Burkert (Ausbildung zum Mathematisch-technischen Softwareentwickler), Jenny Gehlen (Biologielaborantin), Philipp Niedermayer (Physiklaborant) und Lukas Ritz (Industriemechaniker) aus Jülich gehören im Jahr 2018 zu den jeweils zwei besten Azubis des Landes Nordrhein-Westfalens in ihrem jeweiligen Beruf. An der Veranstaltung nahm auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet teil.

Azubis des Forschungszentrums von IHK geehrt


Aktuelle Termine:

Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich.

Pressekontakt:

Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, e.zeiss@fz-juelich.de